A.9.1. Berend Johann Daniel Ahrens

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A.9.1. Berend Johann Daniel Ahrens

wurde dem Kramnadlermeister Heinrich Christian Ahrens (getauft 20.11.1698 in Braunschweig, St. Katharinen, gestorben 28.05.1761.,Braunschweig, St. Ulrich) als erstes Kind geboren und am 11. Januar 1722 in St. Ulrich getauft. Die Mutter des Kindes war Maria Dorothea Ahrens geborene Blancke (getauft 02.03.1702 in Braunschweig, St. Ulrich, gestorben 12.12.1760 in Braunschweig, St. Ulrich).



Paten waren:

Daniel Blancke,

Berend Gumbrecht

Hans Wilke(ns).

Daniel ( Jürgen ) Blancke, Honigkuchenbäcker, übrigens auch Pate beim 2. Kinde der Eheleute Heinrich Christian Ahrens, war der Großvater des Täuflings. Dieser Großvater war am 15.09.1664 in Braunschweig getauft worden und dort auch begraben am 08.11.1729. Seine Ehefrau war Klara Juliana Braunschweiger ( getauft 29.04.1680 in Braunschweig, begraben 25.05.1713 in Braunschweig ).

Berend Gumbrecht war interessanterweise schon Pate bei der Mutter des Täuflings, Maria Dorothea Blancke ( getauft 02.03.1702 in Braunschweig, St. Ulrich). Das deutet auf ein Verwandtschaftsverhältnis hin, unbekannt ist jedoch, welcher Art es gewesen sein könnte.

Hans ( Johann ) Wilke wurde 1723 auch Pate beim 2. Kinde der Eheleute Heinrich Christian Ahrens.

Die bisherigen Berichte über Berend Johann Daniel Ahrens sind dürftig. Wir wissen nur, daß er, wie sein Vater, ( Kram-)Nadler wurde. Diese wurden den Berufen der Schmiede zugerechnet. Auf die Auszüge aus dem Buche des Prof. Dr. Franz Fuhse "Schmiede und verwandte Gewerke in der Stadt Braunschweig" in der Biographie des Heinrich Christian Ahrens wird Bezug genommen.

Von Berend Johann Daniel Ahrens ist im Text dieses Buches nichts gesagt. Nur. im Anhang steht, daß er Sohn des Nadlers Heinrich Christian Ahrens der 1720 Meister wurde und auf dem Meinhardshofe wohnte, sowie, daß der Vater den Sohn 1739 lossprechen ließ, das heißt ihn aus

der Lehre entließ und er damit Geselle wurde. Geht, man davon aus, das die Schulzeit mit 12 oder 13 Jahren endete, hat die Lehrzeit 4 bis 5 Jahre gedauert.

Berend Johann Daniel Ahrens ( im Heiratsregister der Kirche ohne Berend eingetragen ) heiratete am 02. September 1745 in Braunschweig, St. Petri:

Hedwig Agnes Langelüdgen

Zwar ist nicht bekannt, wann und wo sie geboren wurde, doch ist Braunschweig mit Sicherheit anzunehmen. Aus der Heiratseintragung geht hervor, daß sie eine Tochter des Fran(t)z Christoph Langelüdgen war. Und nun greifen wir wieder auf das Buch des Prof. Dr. Fuhse zurück. Daraus geht hervor daß der Nadler Franz Caspar Langelüddeke 1710 seinen Sohn Franz Christoph Lüddeke, 1720 seinen jüngsten Sohn Johann Daniel Lüddeke lossprechen läßt, 1755 die Witwe das Geschäft mit 2 Gesellen, führt.

Der Nadler Franz Christoph Langelüddeke wird 1718 Meister, 1763 führt seine Witwe das Geschäft mit 1 Gesellen.

Außer der Tochter Hedwig Agnes Langelüddeke hatte Franz Christoph Langelüddeke, wie gleichfalls aus dem Buche hervorgeht, mindestens einen Sohn Franz Gottfried Langelüddeke, den Vater 1737 lossprechen ließ und der 1763 mit 1 Gesellen arbeitete.

Der Name Langelüddeke findet sich auch in Fallersleben, er auch Langelütje und ähnlich geschrieben.

Den Eheleuten Berend Johann Daniel Ahrens und Hedwig Agnes geborene Langelüdgen wurden in Braunschweig 4 Kinder geboren, die in der Kirche St. Petri wie folgt getauft wurden:





1. Heinrich Franz Jacob Ahrens

25.07.1746

2. Dorothea Maria Ahrens

25.08.1747

3. Johann Ludwig Gottfried Ahrens

10.07.1749

4. Georg Gottfried Ahrens

20.02.1751

Wir erfahren 1768 wieder in dem Buche des Prof. Dr. Fuhse von Berend Johann Daniel Ahrens. In diesem Jahre wurde er 46jährig - als Altmeister der Kramnadler, der er zwischenzeitlich geworden war, abgesetzt, weil er, wohl als Folge des Niedergangs seiner Berufsgruppe, in Vermögensverfall geraten war und nicht ehrlich gegen seine Gläubiger gehandelt hatte.

Er verließ im gleichen Jahre Braunschweig, wandte sich nach Fallersleben und beantrage dort ausweislich des Bürgerrechtsregisters das Bürgerrecht.

Hier wurde am 01. März 1769 als fünftes Kind eine Tochter geboren

Johanna Dorothea Maria Ahrens.

Die Geburtseintragung lautet:

"1769

d. 1. Mart. ist dem Kaufmann Johann Daniel Ahrens und Hedewig Agnesa Langeliddicken eine Tochter gebohren, d. 3. ejusdem. getauft Nahmens Johanna Dorothea Maria, Gevattern waren der Hr. Bürger Meister Joh. Jacob Schade, Anna Dorothea Westphal, Lucretia Maria Kerrlé."

Es ist kein Widerspruch, wenn der Kindsvater hier nicht als Nadler, sondern als Kaufmann bezeichnet wird. Nadler handelten ja auch mit Ware und waren daher auch Kaufleute.

Eigenartig ist nur, daß hier dieselben Paten auftauchen, die zum Teil auch bei den Kindern des Bruders Johann Gebhard Ahrens, Chirurg in Fallersleben ( 1687 - 1771 ) Gevatter standen.

Ich habe mir Gedanken gemacht, ob diese Johanna Dorothea Maria Ahrens tatsächlich eine Tochter des Berend Johann Daniel Ahrens, getauft 11.01.1722 in Braunschweig war. Es hätte auch der 16.03.1728 in Fallersleben geborene Johann Daniel Ahrens der Vater sein können. Von letzterem gibt es aber in Fallersleben weder Heirats- noch Sterbeeintrag. So will mir scheinen, daß ein Irrtum auszuschließen ist. Es wäre ein seltener Zufall gewesen, wenn die Ehefrau in beiden Fällen eine geborene Langelüddeke gewesen wäre mit den gleichen Vornamen Hedwig Agnes.

Zwar liegen zwischen der Geburt des 4. und des 5. Kindes 12 Jahre, aber "Nachzügler" hat es zu allen Zeiten gegeben.

Entscheidend dürfte aber sein, daß das Geburtsjahr der Johanna Dorothea Maria Ahrens 1769 war, der Vater in Fallersleben nur eine kurze Gastrolle gab und bald wieder verschwand, schimpfend, daß man ihn hingelockt. wohin er sich wandte, ist bisher nicht bekannt. Auch die Todesdaten der Eheleute sind bisher nicht bekannt.

Doch noch einmal zurück zu den Paten des am 01.03.1769 geborenen Kindes:

Von Johann Jacob Schade (1720 - 1801) berichtet die Häuserchronik der Stadt Fallersleben: "Handelsmann, einige Jahre vor 1766 in Fallersleben zugezogen, Herkunft unbekannt, 1766 Bürgermeister, 1774 Schulden halber entlaufen, kehrte aber später zurück."

Bei Anna Dorothea Westphal handelt es sich zweifellos um die Tante, eine geborene Ahrens (geboren 22.04.1730), dem 7. Kinde unseres Ahnherrn Johann Gebhard Ahrens, die am 19.09.1758 in Fallersleben den Bürger, Kaufmann und Krugwirt Georg Heinrich Westphal geheiratet hatte.

Auch Lucretia Maria Kerrl, geborene Ahrens ( geboren 27.10.1734 ) war eine Tante, das 9. Kind unseres Ahnherrn Johann Gebhard Ahrens, seit 31.10.1758 mit dem Glaser- und Bürgermeister Matthias Friedrich Kerrl verheiratet.

Wappen der Familie Ahrendts