A.9.6.1. Johann Heinrich Daniel Ahrendts

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A.9.6.1. Johann Heinrich Daniel Ahrendts

wurde am 11.März 1758 in Bernburg / Saale geboren und am 14. März 1758 in der dortigen St. Nikolai-Kirche getauft. Er war der älteste Sohn des Klempnermeisters, Brauherrn und Bürgers Gebhard Heinrich Ahrens (1732 - 1804) und dessen Ehefrau Charitas Sophie Friederike geborene Fricke (1735 - 1800), die die Ehe am 21.11.1756 in der Nikolai-Kirche

in Bernburg geschlossen hatten.

Die Taufeintragung lautet:

„Anno 1758 den 11 ten Marty ist Meister Gebhard Heinrich Arens (hineinkorrigiert ist später hinter dem A ein h) Bürger und Klempner allhier ein Sohn geboren und den 14ten dito getauft.

Ward mit Namen genannt Johann Heinrich Daniel.

Die Pathen waren:

1 . der Schwager Mstr, Joh. Christoph Fromme der Hutmacher aus Stassfurt

2 . der Schwiegervater Mstr. Daniel Bartholmaeus Fricke, der Tischler alhier

3 . die Schwägerin Frau Dorothea Elisabeth Heberin, Mstr. Carl Lebrecht Hebers des Hoftischlers hierselbst Ehefrau.“

Das Verwandtschaftsverhältnis bezieht sich in jedem Falle auf den Vater des Täuflings.

Bemerkenswert ist, daß Daniel Bartholomäus Fricke (1693 - 1774 bei Übernahme der Patenschaft schon 65 Jahre alt war.

Johann Heinrich Daniel Ahrendts erlernte beim Vater das Klempnerhandwerk, wurde Meister und übersiedelte etwa 1782 nach Dessau. Hier wurde er später auch mit dem Amt eines Gerichts- und Armenschöppen (Schöffen) betraut.

Der Vater hatte mit 50 Jahren sein Geschäft noch nicht abgeben wollen. Daher half er dem, Sohn, sich in Dessau eine eigene Existenz aufzubauen. Dieser kaufte sich in Dessau ein Haus in der Hospitalstraße und brachte es im Laufe der Zeit zu ziemlichem Wohlstand.

Starke Sympathien brachte er der Herrnhuter Brüdergemeinde entgegen, ohne selbst deren Mitglied zu werden. Die Gemeinde war 1722 in Herrnhut gegründet worden und widmete sich caritativen Zwecken, wie z.B. der Errichtung von Erziehungsanstalten.

Johann Heinrich Daniel Ahrens wurde am 25. November 1783 in der St. Johannis-Kirche in Dessau getraut mit:

Johanna Elisabeth Richter

die am 17. Mai 1763 in Dessau geboren und in der St.Georgenkirche getauft war. Sie war die Tochter des Fleischermeisters Johann Georg Richter und dessen Ehefrau Marie Elisabeth Richter. Geburts-, Heirats- und Sterbedatum wie auch der Mädchenname der Mutter sind bisher nicht bekannt.

Richters waren Nachbarn der Familie Ahrens.

Der Ehe entstammten 8 Kinder, die sämtlich in Dessau geboren wurden:

1. Johanna Friederike Henriette Louise Ahrendts

geboren: 13.10.1784, St. Georg

2. Leopold Friedrich Heinrich Ahrendts

geboren: 16.12.1785, St. Johannis

3. Johanna Friederike Elisabeth Ahrendts

geboren: 03.05.1788, St. Georg

4. Friedrich Heinrich Ahrendts

geboren: 13.01.1790, ?

5. Johanna Sophie Friederike Ahrendts

geboren: 20.02.1792, St. Georg

6. Johann Gottfried Philipp Ahrendts

geboren: 25.10.1793, St. Johannis

7.Johanna Charlotte Leopoldine Ahrendts

geboren: 03.06.1796, St. Georg

8. Johanna Friederike Leopoldine Ahrendts

geboren: 10.11.1798, St. Georg

Johanna Elisabeth Ahrens geborene Richter starb 36jährig - 7 Monate nach der Geburt ihres 8.Kindes - am 12.06.1799 in Dessau; die Sterbeeintragung befindet sich in der St. Georgskirche.

Johann Heinrich Daniel Ahrens ging eine zweite Ehe ein am 25. November 1800 in der St. Johanniskirche in Dessau, der sogenannten lutherischen Kirche, mit

Louisa Wilhelmina Leopoldina Volkmann,

die am 21. März 1777 in Dessau geboren und am 25. März 1777 in der St. Johanniskirche dortselbst getauft wurde. Aus dem Kirchenbuch wurde folgender Auszug gefertigt:

„Louisa Wilhelmina Leopoldina Volkmann geboren zu Dessau am 21.März 1777, Tochter des Handelsmanns Heinrich Friedrich Volkmann und seiner Ehefrau Louise Christiane geborene Hökertin ist in der evang. Kirche St. Johannis am 25. März 1777 getauft.“

Bekannt ist, daß der Täufling von der Fürstin Franz aus der Taufe gehoben wurde.

Die Traueintragung lautet:

„Der Bürger und Klempnermeister Heinrich Daniel Ahrens 42 Jahre alt, ev.,ein Witwer, und Jungfer Louise Volkmann, 23 Jahr alt, ev., Tochter des Essigbrauers Friedrich Volkmann und seiner Ehefrau Louise geb. Heckert sind in der evangel. Kirche St. Johannis am 25. November 1800 getraut.“

Louisa Wilhelmina Leopoldina Volkmann war die älteste Tochter des am 05.10.1742 in Ebeleben bei Sondershausen geborenen, am 05.04.1811 in Dessau (Johanniskirche) gestorbenen Bürgers, Essigbrauers und Gastwirts Heinrich Friedrich Volkmann und seiner als Kammerfrau. der Fürstin Louise geb. Gräfin von Schwedt aus Westfalen nach Dessau gekommen, am 20.04.1744 in Herford geborenen, am 05.09.1825 in Dessau verstorbenen Frau Luise Christiane geborene Höckertin (Hecker, Heckert). Die Ehegatten hatten am 16.06.1776 in Dessau (Johanniskirche) geheiratet.

Luise Volkmanns Vorfahren mütterlicherseits sind nicht erforscht.

Von den Vorfahren väterlicherseits sind bekannt:

Der Großvater Günther Georg Volkmann, geboren 11.06.1721 in Ebeleben bei Sondershausen, Gastwirt daselbst, nicht in Ebeleben gestorben, verheiratet mit einer Frau, die die Vornamen Anna Regina führte;

der Urgroßvater Christian Andreas Volkmann, geboren um 1695, Hofkellner, Schankwirt und Steuereinnehmer, gestorben 24.03.1739, verheiratet 24.05.1719 in Ebeleben mit Anna Magdalena Schultze, gestorben 26.04.1739 in Ebeleben.

Verloren gegangen ist ein Schriftstück des Heinrich Friedrich Volkmann und sein Testament aus dem Jahre 1804, in dem er sich sehr unfreundlich - wie andererseits behauptet wurde, zu Unrecht - über den wahrscheinlich etwas genialen Schwiegersohn Johann Heinrich Daniel Ahrendts geäußert hatte und ihm „propter minimen est est“ und schlechter Behandlung seiner Frau Luise geborene Volkmann die elterliche und ehemännliche Nutznießung aus dem etwaigen Erbe entzog. Der Schwiegersohn starb aber schon 1809, Volkmann 1811).

Volkmann muß vor seiner Ehefrau gestorben sein, denn ein Enkel (Johann Leopold Friedrich Ahrendts -1805-1887-) berichtet in seiner Biographie, daß die „Witwe“ Volkmann neben einem kleinen Kramladen auch eine kleine Viehwirtschaft betrieb, vielleicht wäre eine kleine Landwirtschaft richtiger gesagt. Der Enkel berichtet jedenfalls nur von einer einzigen Kuh !

Aus der 2. Ehe gingen 3 Kinder hervor, die gleichfalls in Dessau geboren wurden:

9.) Johanna Friederika Sophia, genannt „Henriette“ Ahrendts,

geboren 04.01.1802, St. Johannis

10.) Friederike Wilhelmine Luise Marie Ahrendts,

geboren 31.05.1803, St. Johannis

11.) Johann Leopold Friedrich Ahrendts, geboren 16.11.1805.

Johann Heinrich Daniel Ahrendts starb im Alter von 51 Jahren in Dessau am 25.03.1809 an der Auszehrung. Als solche bezeichnete man damals allgemein die Lungentuberkulose, an der überall viele Menschen starben.

Denkbar wäre natürlich auch, daß, Krebs die Todesursache war, doch kannte man diese Krankheit vor 150 Jahren wohl noch nicht wie unsere Generation, die sie als „Zivilisations-Krankheit“ bezeichnet !

Johann Heinrich Daniels Witwe, Louisa Wilhelmina Leopoldina geborene Volkmann verheiratete sich wieder am 5. Mai 1811 in Dessau mit dem 7 Jahre jüngeren Klempnermeister Gottlieb Dietrich Tradt, der am 23.01.1784 in Zerbst geboren war und am 15.01.1833, 49jährig, in Dessau starb. Luise Tradt verwitwete Ahrendts geborene Volkmann starb in Dessau am 26.02.1848; sie hatte ihren 1. Ehemann um fast 39 Jahre, ihren 2. Ehemann um 15 Jahre überlebt.

Der 2. Ehe entstammen 3 Kinder:

1. Johanna Henrietta Wilhelmina Tradt

geboren 13.01.1812 in Dessau, dort auch - unverheiratet - am 16.05.1891, im Alter von 79 Jahren verstorben.

2. Johann Friedrich Leopold Tradt

geboren in Dessau am 28.12.1814, Klempnermeister, gestorben am 13.12.1861 in Dessau, nur 47 Jahre alt. Er hatte im März 1844 eine Tochter geheiratet des Oberschäfers August Matthey in Janitz (geboren 13.02.1784 in Gohrau, gestorben 1851) und dessen Ehefrau Dorothea Matthey (geboren 05.10.1822 in Janitz, gestorben 26.01.1845 in Dessau).

3. Karl Wilhelm August Tradt

geboren 22.01.1845 in Dessau, Buchhändler, gestorben 08.06.1903 in München (Schwabinger Friedhof) im Alter von 58 Jahren, unverheiratet. Nachruf von Martin Greif in der Münchener Allgemeinen Zeitung vom 09.06.(oder 09.07.)1903.