A.2.3.Sophia Magdalena Ahrens

Sophia Magdalena Ahrens

dritte Tochter des Feldschers, Chirurgen und Ackermanns Johann Gebhard Ahrens ( 1687 - 1771 ) und seiner Ehefrau Sophia Elisabeth, geborene Kühne ( 1700 - 1763 ) ist etwa 1717 / 1718 und wahrscheinlich in Braunschweig geboren. Sophia Magdalena Ahrens wurde am 21. Oktober 1721 in Fallersleben geboren. Das Kirchenbuch berichtet darüber :
1721
26. Okt. Herrn Johann Gebhard Arends Tochter Sofia Magdalena getauft, d. 21. Okt. Abends um 7 Uhr geboren. Gevattern waren : Frau Sophia Elisabeth, Herrn Ambtmann Rambergs Eheliebste, meine Tochter.“
Die Namen der weiteren Paten sind im Kirchenbuch nicht mehr zu entziffern.
Sophia Elisabeth Ramberg war eine geborene Eberlein; sie wurde 1680 geboren - wo ist nicht bekannt - und starb 1750 im Alter von fast 70 Jahren in Pattensen. Ehegatte war der Amtmann Johann Daniel Ramberg ( 1677 - 1730 ) . Amtmann nannte man damals den 2. Beamten des Amtes, das heißt des Schlosses, der Domäne Fallersleben. Über die Amtmann-Familie Ramberg sind in der Häuserchronik der Stadt Fallersleben keine Angaben enthalten, doch gibt es eine Abhandlung des Herrn Dr. Müller, Berlin, in einem Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen, dem, des möglichen Interesse wegen, folgendes entnommen werden soll:
Ein Amtmann verwaltete nicht nur das landesfürstliche. Domanialvermögen, wie die Domäne in Fallersleben und ihre Vorwerke, er hatte auch die Rechtsprechung im ganzen Amt durchzuführen. Hierbei bildete die Stadt Fallersleben noch ein besonderes Problem. Obwohl ein Flecken, wird sie amtlich oft als Städtlein oder ähnlich bezeichnet (Titularstätte). Der Ort hatte zwar gewisse stadtähnliche Rechte, wie zum Beispiel das Marktrecht oder das Recht, seine Bürgermeister und Ratsherren zu wählen, aber mit der Einschränkung, daß das Amt sich nicht an das Wahlergebnis der Bürgerschaft zu halten brauchte, sondern auch einen unterlegenen Wahlkandidaten ernennen konnte oder auch einen ganz anderen Bürger, der das Vertrauen des Amtes (oder besondere Verbindungen) besaß. Sogenannte ratsfähige Geschlechter oder gar ein Patriziat hat es in Fallersleben nie gegeben. Ebensowenig hatte der Magistrat irgendwelche richterliche Befugnisse. Daher konnten - im Gegensatz zu älteren Zeiten - Bürgermeister und Rat auch keine Ehestiftungen, Kaufbriefe, Obligationen und dergleichen confirmieren. Das war ausschließlich Sache des Amtmanns. Fallersleben war nach dem großen Kriege ein amtseigener Flecken geblieben. Die Bürger galten als Kotsassen, die Hand- und Spanndienste zu leisten hatten und für die der Amtmann ebenso die Verantwortung trug, wie für das platte Land. Die Fülle der Aufgaben, die der Amtmann zu bewältigen hatte, verlangte seine Unterstützung durch Unterbeamte. Hierzu waren die beiden Gografen bestellt. Der Name erinnert an die alte Goeinteilung des Landes, die noch auf vorkarolingische Zeiten zurückgeht und in den beiden Gografschaften Grevenlah und Hasenwinkel im ehemaligen Amt Fallersleben fortlebten.
Für den Ort Fallersleben selbst war dann noch ein Hausvogt da, der im gleichen Rang wie die Gografen stand. Der Name erinnert an die frühere Hausvogtei Fallersleben.
Der Amtmann seinerseits unterstand dem Fürsten und dessen Geheimen Ratskolleg, den Geheimbden Räthen in Celle bzw. Hannover, wohin er zu berichten hatte, und der fürstliche Rentkammer, wohin er die Einkünfte des Amtes abzuführen hatte. Die kurfürstliche Hofhaltung in Hannover, wohl die glänzendeste neben Dresden, Wien, Paris, verschlang viel, sehr viel Geld.
Es war Sache des Amtmanns, für den pünktlichen Eingang von Zins und Zehnten und den vielen Abgaben zu sorgen. Die Vergütung des Amtmanns erfolgte nicht durch ein bestimmtes Gehalt, sondern durch Verpachtung der Domäne oder eines fürstlichen Hofes an ihn zu einem billigen Preis, so daß er an deren Erstragssteigerung und Erhaltung mit interessiert war. So entstand eine Beamtenaristrokratie, die dann mehr oder minder erfreuliche Verbindungen zum Hof gewann. Die Familie Ramberg besaß sie damals noch nicht. Sie entstanden erst zu späterer Zeit.
Johann Daniel Ramberg, der einzige Sohn des Amtmanns Hennig Daniel, war 1677 in Fallersleben geboren. Er hatte wie sein Vater in Leipzig Studiert und kehrte als Adjunkt seines Vaters 1711 in die Heimat zurück. Wo er inzwischen ein Amt versehen und wo er seine Frau, seine Sophie Elisabeth Eberlein, geheiratet hat, ist noch nicht gefunden worden. Der Name könnte sowohl auf den Harz hindeuten, wo er zum Beispiel unter den Ahnen Wilhelm Raabes auftaucht, wie auch nach Sachsen, von wo ja viele Familien des Harzes, durch den Bergbau angezogen, hergekommen sind.
Sophie Elisabeth Eberlein, 1680 geboren, war die Tochter eines Buchhalters. - Johann Daniel hatte in Heiligendorf ein neues Erbbegräbnis erhandelt. Es lag mitten in der Kirche vor dem Turm, wo vier große Leichen darin stehen konnten. Die Tür dazu, oder das Loch, wohin die Leichen können gereicht werden, ist in dem Gange nach dem Turm zu, zwischen den Manngestühlen auf beiden Seiten. Hier haben dann alle Angehörigen aus der Familie Ramberg ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Johann Daniel Ramberg starb am 07.03.1730 in Fallersleben und wurde am 10.03. im Erbbegräbnis in Heiligendorf beigesetzt. Seine Witwe hat ihn 20 Jahre überlebt. Sie ist 1750 zu Pattensen gestorben. Sie hatte bei einem ihrer Söhne in Kalenberg, einer Domäne bei Schulenburg / Leine, gewohnt, war dann aber nach Pattensen ( vor Hannover ) verzogen, wo sie fast 70 Jahre alt, bald gestorben ist. Sie ist ebenfalls in Heiligendorf in die Gruft hinter der Türe vor dem Gografenstuhl bei ihrem Mann beigesetzt worden.
Es darf angenommen werden, daß der Pfarrer die Kirchenbücher führte. Wenn er daher vermerkte meine Tochter, wird es sich um die des von 1696 bis 1731 amtierenden Superintendenten Jacob Ritter gehandelt haben.