A.2.Johann Gebhard Ahrens

A.2.

Johann Gebhard Ahrens


Auszugsweise Abschrift aus Veröffentlichungen des Herrn Gerhardt Seiffert - Fallersleben in den Jahren 1977 - 1979 in der Heimatzeitung über das Thema

Was alte Fallerslebener Bürgerhäuser zu erzählen wissen“

Die Arbeit liegt die von Herrn Dr. Müller - Berlin aufgestellte und als Buch herausgegebene Häuserchronik von Fallersleben zu Grunde.

Im Rahmen der Umgestaltung der Innenstadt des nunmehrigen Wolfsburger Stadtteiles Fallersleben hat auch die Marktstraße eine moderne Ausgestaltung erhalten. Zu beiden Seiten aber stehen die alten Bürgerhäuser, teilweise noch im schönen Fachwerkbau, von den einige unter Denkmalschutz stehen, die dem jetzig neuzeitlichen Gesicht dieser Straße noch so manches aus alten Tagen wie vergangener Geschichte des eigenständigen Fallersleben zu erzählen wissen.

Die Marktstraße gehört neben anderen, wie etwa der Bahnhofstraße, Kampstraße, Sandkämper Straße, zum ältesten Kern Fallerslebens; bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde sie Lange Straße genannt. Fast jeder ihrer Häuser hat seine eigene Geschichte. In ihnen stand nicht nur die Wiege alteingesessener Geschlechter, ihre Mauern und Giebel wissen auch so manch alte Begebenheit aus der Ortsgeschichte zu berichten. In seiner 1963 erschienenen Häußerchronik der Stadt Fallersleben hat Dr. Richard Müller und die einzelnen Bürgerstellen und ihre Besitzer von dem Jahre 1603 - 1962 genauestens aufgezeichnet und so dankenswerterweise der Nachwelt erhalten. Aus diesem Werk seien nachstehend einige interessante wie wissenswerte, die einzelnen Häuser der Marktstraße betreffende, Auszüge angeführt.

Hier ist eine Berichtigung angezeigt: Die Schreibart unseres Familiennamens ist seit Johann Gebhard ( 1687 - 1771 ) A H R E N D T S. Es hat keinen Sohn Gerhard gegeben. Der so in der Häuserchronik genannte ist identisch mit Johann Gebhard Ahrendts ( 1687 - 1771 ); aus dem bisherigen Feldscher wurde durch Kauf des Ackerhofes der Chirurg und Ackermann. Die Erbfolge ist richtig angegeben mit Georg. Daniel Ahrendts ( 1737 - 1809 ), Landchirurg. Er hatte elf Kinder, die alle in Fallersleben geboren wurden. Georg Daniels Bruder war August Wilhelm Ahrendts

( 1742 - 1797 ), Kaufmann in Fallersleben. er hatte sechs, ebenfalls in Fallersleben geborene Kinder. Das fünfte Kind, - Carl Ludwig Reinhard Ahrendts, ( 1785 - 1862 ) wurde der Ahnherr der Müncheberger Linie, der auch seine Lebenserinnerungen niedergeschrieben hat. Sein Enkel war Kunstmaler Hermann Ludwig Konrad Ahrendts ( 1855 - 1901 ), der mit Franz Hoffmann zusammen gearbeitet hat.

Das Oberlicht des Hauses Marktstraße 10 ziert ein Aesculapstab (Sinnbild der Heilkunst). Dazu sagt die Häuserchronik: Es war der 5. Ackerhof im Orte und Lehngut des Freiherrn Grote. Als Lehnsinhaber wurde als erster Ackermann Heinrich Warnecke, gestorben 1631, genannt. Dann bis 1622 Hans Blecker, Ackermann aus Mörse und 1663 Melchior Stolte, Sohn des Ziegelmeisters auf dem fürstlichen Amt ( Glockenberg ), gestorben 1680. Später heißt es dann in besagter Quelle „ Das Haus auf der langen Gasse“ ... wird 1723 mit ausdrücklichem Konsens des Lehns- und Gutsherrn durch Erbkauf an den Chirurgen Johann Gebhard Ahrens übertragen, nachdem Stolte bereits 1716 die Wirtschaft sub hasta 1 verkauft hatte. Zum Hause gehörten Ländereien,

Allodium und Lehnpertinetien , die der Käufer zu genießen hat. er hat jedoch davon die Lehn- und Willegelder schuldigst an den Lehnherrn zum entrichten, gemäß dem Lehnbrief über das Lehngut, ebenso die jährlichen dem hochadligen Gute Wedesbüttel gebührenden Recognitationsgelder usw. Kaufpreis 720 Taler ( 1 Thlr. = 36 mgl. ), die Hälfte in groben gangbaren Stücken, die andere Hälfte in vollgültigen, unverrufene, im hiesigen Lande gangbaren 3 mgl Stücken, den mgl. zu 8 Pfennig.

In Erbenfolge werden dann genannt Gerhard Ahrens ( 1687 - 1771 ) bisher Feldscher und Chirurg und Ackermann und Georg Daniel Ahrens ( 1737 - 1809 ) Landchirurg.

Hier fügte Dr. Richard Müller eine recht interessante Fußnote an, die da lautet : Nachkommen dieser Familie Ahrens lebten zu Müncheberg / Mark, von denen einer, der in Fallersleben geboren ist, Lebenserinnerungen hinterlassen hat. Sein Enkel ist der Maler in Weimar, Conrad Ahrens
( 1855 - 1902 ), der mit Franz Hoffmann, dem Maler und sohn des Dichters, einige Gemälde zusammen gemalt hat, Hoffmann die Landschaft, Ahrens die Tiere darin. - Einige dieser Bilder, wobei auch die Darstellung der Person Conrad Ahrens zugeschrieben werden dürfte, sind in der Gemälde-Abteilung des Hoffmann-Museums ausgestellt.

Auf Straßenpflasterung legte man, so heißt es in dem kleinen Werkchen „Geschichtliches aus Fallersleben“, in früheren Jahrhunderten wenig Wert. Vor den Wohnungen her führte vielfach ein Graben, nachgewiesen bei der Neupflasterung der Marktstraße; vor jedem Hause vermittelte ein Brett den Verkehr hinüber. Wer auf Ordnung hielt, hatte sich vor oder an der Seite des Hauses eine Düngerstätte angelegt, sonst wurde der Dünger einfach auf der Straße aufgehäuft, bis man ihn auf dem Acker verwenden konnte. Das Passieren der Straße war bei nassem Wetter am Tage schon nicht leicht, bei Nacht ohne Beleuchtung aber lebensgefährlich, trotz der Trittsteine, die man hier und da gelegt hatte. In den Lachen und Pfützen wühlten die Schweine, die ein gutes Recht auf die Straßen hatten; mit Mühe wurden sie vom Kirchhof ferngehalten. Im Kirchenbuche steht noch aus dem Jahre 1700 : Es sind die Schlengen - aus Weiden geflochtene Zäune - am Kirchhof repariert und Türen gemacht, und den Platz übel zugerichtet.

Bei besonderen Anlässen, etwa beim Besuch eines Fürsten, pflegte an die Einwohner vom Rat Befehl zu ergehen, den Dünger von den Straßen zu beseitigen und die Schlammlöcher mit Stroh auszufüllen, damit der Dreck etwas gebunden würde und ein Passieren möglich wäre; auch half man sich wohl mit einem Knüppeldamm. Nun war es derzeit nicht nur in Fallersleben so, das sei zur Ehre unserer Vorfahren gesagt; selbst in größeren Städten findet man derartige Verordnungen eines hochwohllöblichen Magistrats.

Ganz schlimm muß es mit der Kampstraße gewesen sein; man hat sie nur noch Schlammstraße genannt. Kein Wagen konnte sie befahren, kein Fuder Dünger fortgebracht werden. Man scheint auch gar keinen Versuch zur Besserung gemacht zu haben, weil es hieß, es sei ein „todlegiger“ Grund und nichts zu machen. Im Jahre 1777 hat dann Bürgermeister Krüger die Sache selbst in die Hand genommen und diese Straße von Grund auf neu ausgebaut. Er ließ an 100 Fuder Steine dort anfahren, Grund und Sand aufschütten und zuletzt pflastern. So wurde die Hälfte der Straße, 1800 und später
( also zur Jugendzeit des Dichters Hoffmann von Fallersleben und seiner Zeitgenossen ), die Restbefestigung durchgeführt. Es scheint aber, daß Bürgermeister Krüger nicht auf allzu große Mithilfe gestoßen sei, denn er schrieb, dieser Straßenbau habe ihm soviel Schwierigkeiten und Verdruß bereitet, daß es ihm schon längst leid getan habe, daß er es ins Werk gesetzt hätte, und kein Pfennig sei ihm für seine Mühewaltung geworden.

Die Chirurgen dieser Zeit übten die sogenannte kleine Chirurgie aus, wie Schröpfen und Aderlassen. Sie waren wie die Handwerker in Zünften organisiert und hatten Lehrlinge, Gesellen und Meister. Zur Meisterprüfung wurde z. B. als Aufgabe die Bereitung von fünf Pflastern und vier Salben gestellt. Sie standen in zäher Konkurrenz zu den Badern, weil sie das einträgliche Geschäft des Bartschneidens nicht aufgeben wollten. Zu diesen gehörten zu jener Zeit der privilegierte Operateur Krebs, Landchirurg Ahrens und Siemers. Der erste Arzt kam 1790 nach Fallersleben, es war Dr. Ottbergen; hundert Jahre früher wurde einmal ein „Pestmedicus“ Dr. Kozak ( 1662 ) genannt.

Nachfolgend soll etwas über die Bürgerstelle, Rechte und Pflichten und Freiheiten gesagt werden:

Zur Bürgerstelle - kurz zum Hause - gehörte außer dem Wohngebäude noch manches andere, zunächst Hof und Garten, Ställe und Remisen, Speicher und Werkstätten usw., durch die die einzelne Bürgerstelle erst ihre besondere Note erhielt. Diese Immobilien waren es aber nicht allein, die den Wert der Stelle bestimmten: Unsichtbar klebten an den Häusern Zubehörungen Pertinentien, das heißt Rechte und Pflichten verschiedener Art, die mit dem Verkauf an den Nachfolger übergingen, wie sie im Ratsbuch oder in den Kontraktbüchern des Amtes besiegelt und verbrieft wurden. Schon das Bürgerrecht selbst war für den Hausbesitzer Pflicht. Es verlieh ihm das aktive und passive Wahlrecht und das Stimmrecht in den Bürgerschaftsversammlungen, die Amtmann oder Bürgermeister und Rat zu bestimmten Anlässen einberufen mußten. Zum Hause gehörten weiter: das Recht auf Anteil an der Allmende, wie den Stämmwiesen, den Düpen, den Dannhopewiesen, an Hude und Weide, an der Eichelmast im Barmbruch, an den Ergebnissen der Fischerei in der Aller und anderen Gewässern, an der Holznutzung im Barmbruch und andere Rechte mehr, die der Gemeinde vonjeher zustanden. An einigen Häusern klebten dazu noch Sonderrechte, fürstliche Begnadigungen, wie das Braurecht, die Kruggerrechtsame und das Backrecht, wie in den Berichten über einzelne Bürgerstellen schon gelegentlich erwähnt.

Den genannten Rechten standen ihre Pflichten und Lasten gegenüber. Die geldlichen Lasten, die Contributionen, die auf die einzelnen Bürger entfielen, wurden nach dem Wert ihrer Bürgerstelle berechnet und umgelegt. Weitere Lasten waren der Service, die Einquartierungen, Abgaben für Schule und Kirche - meist in Naturalien, Brot, Würste, Korn und Kartoffeln für Pfarrer und Küster - und persönliche Dienste, die das Haus leisten mußte, darunter die Herrendienste, das waren Spann- und Handdienste für die Domäne, wobei außer den Ackerleuten und Kotsassen alle Bürger eingesetzt werden konnten, und schließlich die Pflicht der Stellung zu Jagden und Wachen.

Das ist eine ungefähre Übersicht über die Lasten und Pflichten, die dem Voll- und Reihenbürger auferlegt waren. Außer den geschilderten Bürgerstellen gab es im Flecken Fallersleben noch einige, die aus dem skizzierten Rahmen herausfielen. Sie waren meist von allen bürgerlichen Pflichten und Lasten befreit, einschließlich der Contributionen und Einquartierungen und genossen meist noch das Baurecht. Sie waren ebenfalls durch fürstliche Gnade und Huld verdienten Soldaten und Beamten zuteil geworden und oft für diese erst geschaffen. Im 18. Jahrhundert sind dann die Rechte erloschen, abgelöst oder verloren gegangen. Diese Freihäuser, die eigentlich nicht mehr zur Bürgerschaft gehörten - man möchte sagen, so Dr. Müller, exteritorial waren - und der fürstlichen Regierung unmittelbar unterstanden, besaßen daher auch nicht die Bürgerrechte. Zu diesen großbürgerlichen Freihäusern gehörten meist noch einige kleinere Häuser, die, wenn sie nicht vom Personal der Freisassen bewohnt wurden, vermietet waren. Sie rechneten zum Freihaus, waren daher ebenfalls nicht wahlberechtigt und traten erst dann als Bürgerstellen in Erscheinung, wenn die Verbindung mit dem Freihaus gelöst wurde.

In diesen Zusammenhang ist hier nun wohl eine Gelegenheit, etwas über die Amtspersonen des Amtes Fallersleben zu sagen. : Der höchste Beamte war der Amtshauptmann, meist mit dem Titel Drost ausgezeichnet und meist vom Adel. Der zweite Beamte war der Amtmann, gelegentlich auch Amtsschreiber genannt, was aber nicht mit einem Schreiber auf dem Amte zu verwechseln ist.

Er verwaltete die Domäne oder hatte sie in Pacht. Er war gleichzeitig fürstlicher Verwaltungsbeamter und das ausführende Organ der Regierung, ferner die erste Instanz in allen Verwaltungsangelegenheiten und Streitfällen ohne richterliche Befugnis, die den Geheimen Räten in Celle, später in Hannover zustand.

Dagegen gehörte es zu seinen Obliegenheiten, Verträge, Ehestiftungen und Kaufbriefe zu bestätigen und Geburtsbriefe auszuteilen und alles in die Kontrakten- und Protokollbücher einzutragen.

Er war auch Vorgesetzter der Bürgermeister in Fallersleben, das als Flecken oder kleine Landstadt dem Amte unterstand. Die Bürger hatten zwar das Recht, den Bürgermeister zu wählen, jedoch war die Regierung nicht verpflichtet, den mit Mehrheit Gewählten zu bestätigen und einzusetzen.

Für die Exekutive unterstanden dem Amtmann drei Unterbeamte, zwei Gografen und der Hausvogt. Die beiden ersteren für die beiden Gografenschaften Hasenwinkel mit dem Sitz in Heiligendorf und Grevenlah mit dem Sitz in Ehmen, der Hausvogt saß in Fallersleben.

Historisch gesehen sind die Gografschaften viel ältere Gerichtsbezirke als das Amt. Sie gehen auf die uralte Go-Einteilung des Landes zurück, die schon in vorkarolingischer Zeit bestand. Die Gerichtsstätte der einen war der Stuhl zu Grevenlah, eine bewaldete Sanddüne in der Weyhäuser Feldmark, die andere Gografschaft war der Dietzeberg nördlich der Landstraße von Heiligendorf nach Hattorf. Erst im 15. Jahrhundert entstand dann das fürstliche Amt Fallersleben. Das Gografenamt ist um 1825 bei der Neuordnung der Verwaltung abgeschaft.

Neben diesen Beamten gab es noch andere Vögte für die einzelnen herrschaftlichen Wirtschaftszweige : den Holzvogt in Stellfelde, den Kalkvogt den Höpfner, den Braumeister, Amtsgärtner, Amtsfischer, Schafmeister, Hofmeister und andere mehr. Alle diese Beamten waren aus der Bürgerschaft herausgehoben, von deren Pflichten sie befreit waren, an deren Rechten sie aber auch keinen anteil hatten, es sei denn, sie hätten Haus und Bürgerrecht, etwa durch Einheirat, erworben und damit auch die dem Hause anhaftenden rechte.

Aus dem Bericht über das Haus Westerstraße 24.....

Dann kam in das Haus August Wilhelm Ahrens, 1742 - 1797, er war ein Kaufmann und er jüngste Sohn des Chirurgen und ehemaligen Feldscher Ahrens in der Marktstraße 10. von seinen Erben, jetzt Ahrends geschrieben, wechselt der Grundbesitz zu dem Kaufmann Heinrich August Friedrich Lübbers.....

Johann Gebhard Ahrens

war das zweite Kind und ältester Sohn der Chirurgen und Regimentsfeldschers Diedrich Ulrich Ahrens und dessen erster Ehefrau Catharina geborene Brackmann. Zwar ist anzunehmen, daß Johann Gebhard in Braunschweig geboren wurde, die Geburt ließ sich jedoch urkundlich in keinem Kirchenbuche nachweisen. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, daß er auswärts geboren wurde. Das Geburtsjahr 1687 ergibt sich aus dem Alter von 84 Jahren bei seinem Tode am 01. November 1771. Es besteht kein Zweifel, daß er der Sohn der oben genannten Eheleute war. Der Archivobersekretär Mertens in Braunschweig berichtete im Jahre 1932, daß in der Trauungsurkunde Diedrich Ulrich Ahrens als Vater genannt ist, vermerkte aber gleichzeitig, daß Kirche und Tag der Trauung nicht bekannt sind. Eine seltsame Angabe !

Wird hier nachträglich noch etwas ermittelt, wären die Familiennachrichten entsprechend zu ergänzen.

Diedrich Ulrich Ahrens - der Vater - war am 29. Mai 1718 in Braunschweig gestorben, die Stiefmutter Margarete Ahrens, geborene Wöhler verwitwete Busch, die das Haus 2757 in Braunschweig, später Mainhardshof 10, von ihrem Manne Franz Busch geerbt und auf Diedrich Ulrich Ahrens übertragen hatte, am 13. Dezember 1719, gleichfalls in Braunschweig begraben worden. Erben dieses väterlichen Grundstücks wurden die Söhne Johann Gebhard und Heinrich Christian. Im Zuge der Erbauseinandersetzung überließ Johann Gebhard das Grundstück seinem Bruder für 800 Reichstaler, der Hälfte des tatsächlichen Wertes.

Wir wissen, daß Johann Gebhard 12 Kinder hatte. Die Geburt der letzten zehn ist in Fallersleben beurkundet, davon die erste 1721, die letzte 1742. Der Geburtsort der ersten beiden kinder ist nicht bekannt, vermutlich aber Braunschweig, obwohl dort nichts ermittelt werden konnte. Für die Familienforschung ist letzte Klärung nicht so wichtig, da es sich um Töchter handelt, deren erste 1740 den Kantor Henkel in Wolfsburg heiratete, damit also der Name Ahrens erlosch, deren zweite schon 1731 starb.

Es erhebt sich die Frage, ob Johann Gebhard ein oder zweimal verheiratet war. Es ist bekannt, daß die Ehefrau Sophia Elisabeth geborene Kühne im Jahre 1700 geboren wurde. An welchem Tage und in welchem Monat wissen wir bisher nicht, wahrscheinlich aber in Braunschweig.

Bei dem am 30.03.1737 geborenen Sohn Georg Daniel Ahrens war ein Georg Daniel Kühne aus Braunschweig Pate, wahrscheinlich doch ein Bruder der Kindsmutter. und damit der Onkel de Täuflings. Das Geburtsjahr 1700 ergibt sich aus dem Sterbeeintrag von 1763; die Ahnin war zu diesem Zeitpunkt 63 Jahre alt. Unterstellt man, daß die ersten beiden Kinder 1719 und 1720 geboren wurden - es wären dann drei Jahre hintereinander Kinder geboren (!) - könnte das Heiratsdatum 1718 angenommen werden. Die Braut wäre zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre, der Bräutigam 31 Jahre alt gewesen. ein an sich recht großer Altersunterschied. Ebenso läßt sich aber auch unterstellen, daß die Ehe schon 1717 geschlossen wurde, dann wäre die Braut erst 17 Jahre alt gewesen.

Auch Johann Gebhard wurde - vielleicht in der Lehre seines Vaters - Feldscher und Chirurg. Daß der Beruf seiner Zeit als ein handwerklicher angesehen wurde, ist bereits in der Biographie seines Vaters ausgeführt worden. Ob es uns paßt oder nicht; wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, daß in jener Zeit Chirurgen um des lieben Geldes Willen Rasieren und Bartschneiden gern mit übernahmen Nach dem Reichsgesetz von 1739 wurden Bader, Barbiere und Wundärzte als nicht voneinander unterschiedene Handwerker betrachtet. Jedoch konnte die Ausübung der niederen Chirurgie nur denen zuerkannt werden, die mehrere Jahre das Rasieren betrieben hatten und im Besitz einer Barbierstube oder chirurgischen oder Badestubengerechtigkeit waren. Ob auch unser Vorfahr einmal den Barbieren ( heute Frisöre genannt ) Konkurrenz gemacht hat, läßt sich nicht ergründen.

Es gab eine Zeit, in der Bader und Chirurgen als unreine oder unehrliche Berufe angesehen wurden. Aber das war schon lange her, vor dem Jahre 1548, in dem durch einen Beschluß des Augsburger Reichstages die Handwerke der Bader und Chirurgen für zünftig erklärt worden waren. - Unsere Kenntnisse über Bader und ihre Familien in Fallersleben beginnen erst um 1600. Das Odium des Unreinen haftete ihnen nicht mehr an. Söhne von hochgeachteten Familien fühlten sich von diesem Handwerk angezogen. Vielleicht hatte es einen ganz besonderen goldenen Boden. Denn Krankheiten und Beschwerden und die Angst der Menschen sind immer eine Quelle guter Geschäfte gewesen. Es gab auch eine Zeit, in der die Badestuben als Unterhaltungsstätten einen - oft etwas anrüchigen - Ruf hatten. Die Handwerke des ehrlichen Baders und des Chirurgen mußten genau so erlernt werden, wie alle anderen. Tüchtige Lehrherren hatten einen weiten Ruf. So begab sich ein Sohn des Pastors Mavore in Hattorf im Jahre 1722 nach Halle, um dort bei einem erfahrenen Chirurgo die Barbierkunst zu erlernen. Zur Lossprechung zum Gesellen mußten Gesellenstücke, etwa die Anfertigung einer bestimmten Zahl von Pflastern und Salben aufgegebener Art, vorgewiesen werden. Dem Gesellen ging es dann wie allen Handwerkern : es hieß wandern und eine Stelle suchen, in der man unterschlupfen konnte.

Nicht alle Menschen suchten Rat und Hilfe beim Chirurgen, auch Schäfer und sogar - Scharfrichter wurden für kompetent gehalten.

Ich hoffe, mit diesem, zum Teil vom Thema abweichenden Ausführungen unseren Ahnen nicht diskreditiert zu haben !

In unserem Falle darf man annehmen, daß der Sohn neben dem Vater in dessen Praxis tätig gewesen ist, der Sohn aber erst heiratete, nachdem der Vater am 29.05.1718 gestorben war. Unter dieser Theorie wäre 1718 das Heiratsjahr. Ausschließen läßt sich aber auch nicht, daß Johann Gebhard schon vor 1718 heiratete, die Frau etwa gleichaltrig, mindestens aber nicht wesentlich jünger war und Sophia Elisabeth Kühne nach dem Tode der ersten die zweite Ehefrau wurde. Obwohl sich am dem Altersunterschied nichts geändert hätte , wäre die Braut dann immerhin 20 Jahre alt gewesen
(1. Geburt 1721!).

Da Johann Gebhards Trauung in Fallersleben nicht ermittelt werden konnte, wurde die Ehe wahrscheinlich in Braunschweig geschlossen. Die Übersiedlung von Braunschweig nach Fallersleben mit Frau und zwei Kindern kann auf das Jahr 1721 datiert werden. In diesem Jahre wurde dort das dritte Kind getauft.

Diese, erstmals mit Wall und Graben umgebene Kleinstadt zählte etwa 130 Häuser mit 800 bis 900 Einwohnern; sie liegt 26 Kilometer nordöstlich von Braunschweig, ist mehr als 1000 Jahre alt, hat heute ( 1967 ) etwa 10 000 Einwohner und ist nicht nur als Schwefelbad bekannt, sondern auch als Geburtsort des Dichters des Deutschlandliedes, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ( 1798 - 1874 ).

1722 erwarb Johann Gebhard, wie aus dem Ratsbuch hervorgeht, das Bürgerrecht der Stadt Fallersleben. Bei der Eintragung ist er Johann Eberhard, Feldscher genannt.

Das Bürgerrecht - übrigens für jeden Hausbesitzer Pflicht - verlieh das aktive und das passive Wahlrecht und das Stimmrecht in den Bürgerschaftsversammlungen, die Amtmann oder Bürgermeister zu bestimmten Anlässen einberufen mußten.

Liebenswürdigerweise stellte die Stadtverwaltung Fallersleben am 11.01.1967 Fotokopien der Seiten 321 bis 327 des Ratsbuches zur Verfügung. Sie werden hiermit der Chronik einverleibt, obwohl uns nur der eintrag auf Seite 326 interessiert; er hat folgenden Wortlaut :

Der H. Feltscher Johann Eberhart Ahrens hat die bürgerschaft gewonnen. Und bezahlt 15 fl. Und dabei 2 mgr. Accidens. Solches zur nachricht.

Die Eintragung trägt kein Datum, es kann aber keinen Zweifel unterliegen, daß sie aus der zweiten Hälfte des Jahres 1722 stammt. Ihr geht ein größerer Bericht voraus, der auf den 17. Juni 1722 datiert ist und auch bei der nachfolgenden Bürgerrechtseintragung ist das Jahr 1722 genannt. Während die anderen Eintragungen einfach mit dem Namen beginnen, wie z. B. Andreas Wöhler, Günter Müller, ist bei unserem Ahnherrn der Beruf vorangestellt und diesem wiederum ein H, das als Herr zu deuten ist. Zwar war das Herr üblich für alle Honoratiorenfamilien, es dokumentiert aber auch gleichzeitig die Achtung vor unserem Namensträger und für seinen Beruf.

15 fl. waren 15 Gulden, hier wohl braunschweigischer Währung ( es gab auch hannoversche usw ), 2 mgr. waren 2 Mariengroschen. Es gab auch Mariengulden. Es fällt immer schwer, an dieser Stelle die damalige Währung erläutern zu wollen. Ein Vergleich mit der heutigen wäre noch schwerer. Gulden kommt von golden. Gulden waren ursprünglich aus Gold; sie wurden später nur aus Silber geprägt, nur der Name war geblieben. Ein Gulden hatte den Wert von 2/3 Taler, 1 Taler hatte 30 ggr
( gute Groschen ) das entspricht 360 Pfennig, 1 guter Groschen somit 12 Pfennig, 1 Silbergroschen dagegen nur 10 Pfennig, 1 mgr (Mariengroschen ) entsprach 8 Pfennig.

Accidentien waren Gebühren, die dem Bürgermeister zustanden, also nicht dem Amt oder dem Amtsschreiber.

Unser Vorfahr war nicht der einzige in Fallersleben ansässige Feldscher und Chirurg. Es gab, wie aus der Häuserchronik ersichtlich, noch einen Johann Daniel Hoffmann, der von 1722 bis 1793 lebte, im Hauptberuf aber Kauf- und Handelsmann sowie Gastwirt war [ Seite 173 ]. Auf Seite 144 der Chronik wird 1733 ein Feldscher Johann Wilhelm Thiele erwähnt, auf Seite 147 ein Amtschirurg Franz August Stecher, der von 1749 bis 1818 lebte. Sie mußten alle noch andere Berufe haben, um leben, das heißt um eine Familie ernähren zu können.

Auch Johann Gebhard brauchte noch eine andere Erwerbsquelle; er kaufte sich in Fallersleben einen Ackerhof, für den er 720 Taler zahlte. Ausweislich der Häuserchronik

[ Seite 82 ] wurde das Haus auf der langen Gasse zwischen Daniel Ahrenbeck und Christoph Beneke 1723 mit ausdrücklichem Konsens des Lehns- und Gutsherrn, Freiherr Grote, durch Erbkauf an Johann Gebhard Ahrens als Lehnsmann oder Meier übertragen, nachdem der Vorbesitzer Melchior Stolte die Wirtschaft - es handelte sich, wie bereits gesagt, um einen Ackerhof - sub hasta, das heißt wegen Konkurses bereits 1716 verkauft hatte. An wen ist nicht bekannt, da für diese Zeit keine Unterlagen vorhanden sind. Das Haus trug damals die Nummer 37, es war der fünfte Ackerhof im Orte und Lehngut des Freiherrn Grote. Zum Hause gehörten Ländereien, Allodien ( lasten - bzw. lehnsfreies Vermögen ) und Lehnpertinentien ( Zubehör zur freien Nutzung bzw. Rechte und Pflichten verschiedener Art ). Er hatte jedoch davon die Lehn- und Willegelder schuldigst an den Lehnherrn zu entrichten, gemäß dem Lehnbrief über das Lehngut, ebenso die jährlich dem hochadeligen Gute Wedesbüttel gebührenden Recognigations- ( Anerkennungs- ) Gelder usw. Der Kaufpreis betrug 720 Taler ( 1 Taler = 36 Mariengulden ), die Hälfte in groben gangbaren Stücken

( groben ist wohl hier für großen gesetzt ), die andere Hälfte in vollgültigen, unverrufenen, im Lande gangbaren 3 Mariengulden-Stücken, den Mariengroschen zu acht Pfennig.

Wir erinnern uns, daß Johann Gebhard aus dem väterlichen Erbe 800 Taler erhalten hatte, der Kauf des Ackerhofes war somit günstig.

Der Ackerhof war zwar nur der kleinste Ort, doch auch der größte war nur 65 % ausgedehnter. Für das Haus betrug die Abgabe an das amt, wie auch für die meisten anderen Häuser, 9 Groschen. Die Größe der zum Ackerhof gehörenden Ländereien wurde nach Himtern Einsaat, einem damals üblichen Getreidemaß, berechnet, das Wiesenwachs, d.h. die Ernte der Wiesen, nach Fuder. Ein Fuder entsprach der Ladung eines Wagens.

Für den von Johann Gebhard Ahrens erworbenen Ackerhof betrug, wie aus einer Contributionsliste des Jahres 1689 hervorgeht, also zu einer Zeit, als Stolte noch den hof besaß, die einsaat 98 Himter, das Wiesenwachs 6 Fuder. An Vieh wurden gehalten: 4 Pferde, 9 Stück Hornvieh, 4 Schwarm Schafe. Die geldlichen Lasten ( Contributionen ), die auf den Besitzer des Hofes entfielen, betrugen hiernach 1 Taler, 18 Groschen, 3 Pfennig.2

Der größte Hof ( Fricke ) hatte 156 Himter Einsaat, 17 Fuder Wiesenertrag, 5 Pferde, 16 Stück Hornvieh, 5 Schwarm Schafe; er zahlte 2 Taler, 21 Groschen, 2 Pfennig an Abgaben.

Zu jedem Hause gehörte auch das Recht auf Anteil an der Allmende3 , wie den Stämmwiesen, den Düpen, den Dannhopswiesen, an Hüde ( Hüte ) und Weide, an der Eichelmast im Barnbruch, an den Ergebnissen der Fischerei in der Aller und anderen Gewässern, an der Holznutzung im Barnbruch und andere Rechte mehr, die der Gemeinde von jeher zustanden.

Der Feldscher und Chirurg war damit auch zum Ackermann geworden, richtig müßte man sagen, Hauptberuf war nunmehr der des Ackermanns.

Ackermann war der Bauer, der Spanndienste zu leisten hatte. Die anderen Bürger in Fallersleben galten als Kotsassen; sie hatten wenig oder kein Land ( Gartenland ) bzw. wenige oder gar keine Wiesen ( aus Allmende, dem Gemeinschaftseigentum ). Ackerbürger gab es damals überhaupt nicht. Der Name kommt erst 1848 auf für Bürger, die etwas Land erworben hatten und ihr Handwerk nur noch nebenbei ausübten.

Wann das Wohnhaus Nummer 37 erbaut wurde, ist nicht bekannt. Es brannte nach 1801 ab und wurde etwa 1805 neu errichtet. Es steht heute ( 1967 ) noch, befindet sich in gutem, gepflegten Zustand und führt die Bezeichnung

Marktstraße 10. Siehe auch die beiliegenden Fotos. Interessant ist, daß es noch jetzt im Oberlicht des Hauseingangs einen Aesculapstab4 führt.

Das Haus befindet sich jetzt im Besitz des Zahnarztes Brandes, der darin auch praktiziert.

1756 wird als Besitzer Georg Daniel Ahrens genannt. Johann Gebhard hatte somit vor seinem Tode ( 1771 )

das Haus seinem Sohne übereignet oder verkauft.

Johann Gebhard hatte, wie wir aus der Häuserchronik erfahren, auch Gelder ausgeliehen und zwar :

a. ( Seite 255 ) 1729 an Hans Heinrich Heinemann, einem Neubürger aus Ribbesbüttel, zum Aufbau des Hauses 135 heute Bahnhofstr. 29 . Als Sicherheit wird die mit dem Nachbar Müller benutzte beim Schlagbaum in der Borghorst gelegene Düpenwiese verpfändet.





b. ( Seite 160 ) 1732 180 Taler an Johann Heinrich Fricke zum Aufbau des Hauses 82 heute Hoffmannstr. 4 und zur Aussteuer der Schwester. Pfand : eine von allen Schulden freie Wiese.





c. ( Seite 29 ) 1741 6 Taler an Johann Heinrich Haeseler ( 1702 - 1746 ) wegen der Hochzeit seiner Schwester, die den Invaliden Hans Georg Heinrich ehelichte.





Schon damals gab es Gebührenordnungen für Ärzte. In „Unser Kreis“ , Burgdorf 1964, Nr. 1 wurde nachgedruckt eine

Taxe für Medicis und Chirurgilis 1719

sie galt für den Calenbergischen und Greifenhagenschen Teil des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg.



Ein Rezept wenn es vom Arzt geholt wird 3 mgr
Eine Visite bei einer gewöhnlichen Krankheit 6 mgr
Die Inanspruchnahme des Arztes während der Nacht 1 Rthlr
Krankenbesuch nach außerhalb, jede Meile ohne Reisekosten 1 Rthlr
Eine Visite bei einer ansteckenden Krankheit 12 mgr
Verband einer einfachen Wunde 9 mgr
Verband einer großen Wunde, wenn der Knochen mit lädiert ist 13 mgr
Behandlung einer Fleischwunde, je nach Größe 1 - 2 Rthlr
Behandlung einer Fleischwunde mit Knochenbruch,  
je nach Größe und Gefährlichkeit 5, 10, 15, 20 Rthlr
Einrenken einer Hüfte 12 Rthlr
Einrenken des Knie 6 Rthlr
Einrenken der Schulter 6 Rthlr
Beinamputation mit Weiterbehandlung 16 Rthlr
Armamputation mit Weiterbehandlung 12 Rthlr

Apell So wie eine rechtschaffende Medici und chirurg der armen Kranken umsonst curiren werden, also sind denen Wohlhabenden und Reichen keine Gränzen gesetzt den Fleiß derer Medicorum und Chirurgorum reichler zu belohnen.

Aus der Ehe gingen 12 Kinder hervor. Wenn man auch unterstellt, daß das Einkommen aus Ackerhof und Chirurgie gut war, wird die familie bei dieser Kinderzahl doch nicht im Überfluß gelebt haben. Allerdings lebten die Menschen damals auch bescheidener, um nicht zu sagen bescheiden.

Nachstehend die Geburtsdaten der Kinder:





1. Dorothea Juliana Ahrens 1718 oder 1719 Braunschweig
2. Christiana Sophia Ahrens 1719 oder 1720 Braunschweig
3. Sophia Magdalena Ahrens 21.10.1721 Fallersleben
4. Johann Heinrich Ahrens 27.11.1723 Fallersleben
5. Johanna Regina Ahrens 18.03.1726 Fallersleben
6. Johann Daniel Ahrens 16.03.1728 Fallersleben
7. Johanna Dorothea Ahrens 22.04.1730 Fallersleben
8. Charlotte Friederike Gertrud Ahrens 02.10.1732 Fallersleben
9. Lucretia Maria Ahrens 27.10.1734 Fallersleben
10. Georg Daniel Ahrens 30.03.1737 Fallersleben
11. Carl Ludwig Ahrens 27.10.1739 Fallersleben
12. August Wilhelm Ahrens 26.03.1742 Fallersleben

Hiervon starben im 2. und 4. Lebensalter

Das Todes- und Begräbnisbuch der Kirche zu Fallersleben enthält folgende Eintragung :

1763

22. Vall.5 den 13ten April ist Sophia Elisabeth Kühnen, Gerhard Ahrens Frau seel. verschieden und d. 16 des Morgens Früh in der stille begraben, ihres Alters 63 Jahr.“

22 ist die laufende Nummer. Kühnen ist die bei weiblichen Personen früher gebräuchliche Form des Familiennamens Kühne.

Johann Gebhard Ahrens starb 84jährig, ebenfalls in Fallersleben, am 01. November 1771; er hatte seine Frau, die 13 Jahre jünger war als er, noch um 8 jahre überlebt.

Die Kirchenbucheintragung lautet:

1771

1. November ist der Chyrurgus Joh. Gebhard Ahrens verstorben und d. 4. ejusd. 6 begraben, seines Alters 84 Jahre.“

Fußnoten:

1 Versteigerung

2 1 Taler = 36 Groschen, 1 Groschen = 8 Pfennig

3Gemeinschaftseigentum der Gemeinde

4 griechisch - römischer Gott der Heilkunde

5Fallersleben als Ort des Todes, im Zusammenhang stehend mit der alten Schreibart Varaleslebo = ist mittelhochdeutsch, wenn nicht sogar althochdeutsch und gehört in die Zeit vor 1000 Jahren. 1451 kann man finden : Vallerslave, um 1600 Vallerschleben oder Vallersleben oder Vallersleben ( mit langem deutschen s ), aber auch Fallersleben.

6 ejudem mensis - desselben Monats