A.Diedrich Ulrich Ahrens

A



Johann Dietrich Arens

der sich später

Diedrich Ulrich Ahrens

nannte. Der Vorname wurde auch Diderich, Dietrich und Dieterich geschrieben, der Familienname auch Arens, Arends.

Ein Dieterich Ahrens beantragte am 25. September 1699 in Braunschweig das Bürgerrecht dieser Stadt. Dabei wurde angegeben, daß er aus Halberstadt gebürtig sei.

In der St. Moritzkirche Halberstadts ist folgende Taufeintragung zu finden:





"Annus 1664 den 3. Jan. Christian Arens Sohn
Johan Diedrich getaufft.
M. Jürgen Bodenstein
Organist Vos z. Johannis
Georg Bußmann
Didrich Wulff
Harman Foß fraw."

Es muß sich um eine angesehene Familie gehandelt haben, da so viele Paten selten waren. Wir erfahren wieder von unserem Ahnherrn durch den Eintrag im Heiratsregister der Kirche St. Katharinen in Braunschweig 1646 - 1733

( Stadtarchiv Braunschweig G III. 1. Band 70 ) vom 3. Juni 1684:

„Anno M D C L XXXIV
1. Junius
18. Dietrich Arenß und Jfr. Catharina Brackmanß, sehl. Autor Brackmanns hinterlaßener Tochter - den 3.“

Dabei bedeutet 18 die laufende Nummer des Heiratseintrages, Jfr = Jungfrau, das ß bzw. s am Schluß einen damals üblichen Zusatz zum Familiennamen, und das sehl. oder selig, daß der Vater der Braut bei der Eheschließung der Tochter bereits verstorben war. Autor war zu jener Zeit ein weitverbreiteter Vorname, der seinen Ursprung auf einen Brückenheiligen zurückführt. Es gibt heute noch in Braunschweig eine Autorstraße.

Wann Catharina Brackmann geboren wurde, ist bisher nicht bekannt, wahrscheinlich zwischen 1661 und 1665. Diese Vermutung ergibt sich aus dem Heiratsdatum der Eltern ( 26.06.1660 ) und dem Sterbedatum der Mutter ( Sept. 1669 ).

Das Geburtsdatum wird kaum nach 1665 liegen, da Catharina Brackmann die Ehe sonst im Alter von 16 bis 18 Jahren geschlossen hätte.

In der Traueintragung ist der Bräutigam nur Dietrich Arenß genannt. Es kann sich aber nur um unseren Ahnherrn handeln, da in sämtlichen Pfarrämtern der Stadt Braunschweig in der in Frage stehenden Zeit keine andere Traueintragung zu finden ist. Die Schreibart des Familiennamens ist gleich der der Taufeintragung. Nehmen wir das Alter der Braut zum Zeitpunkt der Eheschließung mit 19 oder 20 Jahren an. Es entspricht dann dem Alter des Bräutigams. Es braucht nicht zu verwundern, daß er so zeitig heiratete, wir wissen ja nichts über die familiären Verhältnisse der Eltern.

Übrigens ging auch sein jüngster Sohn Heinrich Christian Arens geb.: 20.11.1698, am 15.10.1720 mit 21 Jahren die Ehe ein mit der erst 18 ½ Jahre alten Maria Dorothea Blancke. Frühehen waren damals nicht außergewöhnlich. Interessant wäre es zu erfahren, warum Diedrich Ahrens schon in jungen Jahren von Halberstadt nach Braunschweig übersiedelte und bei welcher Gelegenheit er seine Braut kennen lernte.

Übrigens wissen wir nicht, wo sie geboren wurde. Braunschweig als Geburtsort liegt nahe, ist aber nicht bewiesen.

Eltern der Braut:

Autor Brackmann, Geburtstag und Ort nicht bekannt bzw. nicht erforscht, gestorben vor 1684, wahrscheinlich in Braunschweig, und
Maria Brackmann, geborene Jüten, getauft am 12.02.1638 in Braunschweig, St. Katharinen, begraben am 07.09.1669, gleichfalls in Braunschweig
Die Ehe wurde am 26.06.1660 in Braunschweig St. Katharinen beurkundet.
Großeltern der Braut:

Väterlicherseits nicht bekannt.
Mütterlicherseits:
Engelke Jüten, Bürger, Brauer und Zehnmann, geboren um 1599, begraben am 06.06.1666 in Braunschweig, St. Katharinen.
Er heiratete in 2. Ehe am 25.10.1636

Anna Jüten geborene Balhorn, getauft am 01.08.1614 in Braunschweig, St.Katharinen, begraben am 20.02.1646 in Braunschweig, St. Katharinen.
Von den Urgroßeltern der Braut sind bekannt:

Peter Jüten, geboren um 1572, vornehmer Bürger und Brauer in Braunschweig, begraben 12.03.1625 in Braunschweig, St. Magnus,
1. Ehe am 04.05.1596 Braunschweig, St. Katharinen mit Dorothea Jüten geborene Lüddeckens.
( Es steht nicht fest, wann sie gestorben ist, also ob nicht etwa die zweite Ehefrau die Ahnin ist).
Autor Balhorn, Bürgermeister im Weichbild Hagen der Stadt Braunschweig,begraben am 19.10.1629 in Braunschweig St. Katharinen,
Marie Balhorn, geborene Fricke, begraben in Braunschweig St. Katharinen, am 20.08.1657.

Die Ehe wurde am 16.05.1609 in Braunschweig geschlossen.

Von den Ur-Urgroßeltern der Braut sind bekannt:

Heinrich Balhorn, Bürger in Braunschweig, begraben am 21.10.1598 in Braunschweig, St. Katharinen, und dessen Ehefrau Anna Balhorn, geborene Hesse, begraben am 24.06.1613 in Braunschweig, St. Katharinen.

Doch kehren wir zurück zu unserem Diedrich Ahrens und seiner 1. Ehe mit Catharina Brackmann; ihr entstammen 9 Kinder, die sämtlich in Braunschweig geboren wurden, mit Ausnahme vielleicht des ersten Sohnes Johann Gebhard Ahrens, dessen Taufeintragung nicht zu finden ist und er eventuell auswärts geboren wurde.





1. Anna Lucia Ahrens geboren 22.05.1685 St. Ulrich
2. Johann Gebhard Ahrens geboren 1687  
3. Katharina Elisabeth Ahrens getauft 01.04.1688 St. Ulrich
4. Lucia Margarete Ahrens getauft 03.10.1690 St. Ulrich
5. Ilse Margarete Ahrens getauft 01.01.1693 St. Ulrich
6. Sophia Elisabeth Sabine Ahrens getauft 13.09.1694 St. Andreas
7. Dorothea Klara Ahrens getauft 12.06.1696 St. Katharinen
8. Christiana Lucretia Ahrens getauft 24.10.1697 St. Ulrich
9. Heinrich Christia Ahrens getauft 20.11.1698 St. Katharinen

Theorie wäre, daß der Vater dem ersten Sohne einen eigenen Vornamen gab ( Johann ), dem zweiten Sohne aber einen der Vornamen oder den einzigen Vornamen des Großvaters Christian. Dem entgegen steht, daß der Täufling im allgemeinen die Vornamen der Paten erhielt.

Das der Vater selbst den Vornamen Johann dem Diedrich Ahrens nicht mehr vorangesetzt, sondern dem Diedrich einen Ulrich anfügt, mag zurückzuführen sein auf das Wohnen im Bezirk der Kirche St. Ulrich. Die Kirchenbucheintragungen deuten darauf hin. Bei den Taufeintragungen von sechs seiner Kinder ist der Taufvater nur Diedrich Ahrens genannt; bei Sophia Elisabeth Sabine sogar Friedrich statt Diedrich Ulrich Ahrens.

Diedrich Ulrich Ahrens nennen wir ihn künftig so, war Chirurg und Regimentsfeldscher im braunschweigischen Regiment von Bevern. Das Regiment von Bevern bestand etwa in der Zeit von 1680 bis 1730. Den Namen erhielt es wahrscheinlich nach dem Herzog von Braunschweig-Bevern. Man nannte ihn damals Seine Hochfürstliche Durchlaucht, der einer im Schloß Bevern, Kreis Holzminden, ansässig gewesenen Nebenlinie entstammte. Das Schloß ist lange seinem ursprünglichen Zwecke entfremdet. Akten, die weitere Nachforschungen ermöglichen könnten, befinden sich dort nicht mehr. Die wenigen im Niedersächsischen Staatsarchiv in Wolfenbüttel vorhandenen Offiziers-Zahlrollen und Ranglisten enthalten nicht die Chirurgen und Feldschere. Ebenso war die Nachforschung in gleichfalls im Niedersächsischen Staatsarchiv befindlichen Akten des Geheimen Rats über Chirurgen und Feldschere erfolglos. Die Akten dieser Abteilung befinden sich 1962 in Neuordnung. es ist daher nicht ausgeschlossen, daß ein Zufallsfund weitere Nachrichten über unseren Vorfahren ergibt. Die zur Zeit vorhandenen Hilfsmittel ermöglichen keine weitere systematische Suche. Der einzige Band über Militär-Medizinalwesen beginnt erst 1717. Auch das Stadtarchiv Braunschweig hat nicht weiter helfen können.

Aus heutiger Sicht mag es zutreffen, wenn Lexika feststellen, daß Feldscher in früheren Jahrhunderten die Bezeichnung für den Truppenarzt mit damals nur primitiven Können war. Man kann nun einmal nicht das Wissen und Können eines Chirurgen und Feldschers zu Ende des 17. oder 18. Jahrhunderts mit dem eines Arztes und Facharztes zu Ende des 20. Jahrhunderts vergleichen. Ein Chirurg brauchte keine akademische Vorbildung, er galt als Handwerker. Nach drei Lehrjahren machte er die chirurgische Gehilfenprüfung und wurde später Meister. Zweifellos war aber ein Chirurg und Regimentsfeldscher um das Jahr 1700 ein hochangesehener Mann, was auch durch die Zahl und Berufe der Paten der Kinder unseres Ahnherrn dokumentiert wird. Ob sich die Familie bei der großen Kinderzahl eines großen Wohlstandes erfreute, mag dahingestellt sein. Die Lebensansprüche waren zu jener Zeit bescheidener als heute. Wir wissen nichts über Vor-und Ausbildung unseres Ahnherrn als Regimentsarzt. Wir wissen auch nicht, ob er eine Bestallung erhielt, oder ab wann er sich Chirurg und Feldscher nannte, mindestens jedoch ab 1694, da ab diesem Zeitpunkt Ärzte und Stabsoffiziere zu den Paten seiner Kinder zählen und er selbst im Kirchenbuch bei der Beurkundung der Tochter Sophie Elisabeth Sabine als Regimentsfeldscher bezeichnet wird. Vielleicht kann man diesem Bericht später einmal einen Nachtrag anfügen, der zu Klärung beiträgt.

Diedrich Ulrich Ahrens wurde Ende 1698 oder Anfang 1699 nach nur 14 Ehejahren Witwer. Vielleicht starb Catharina Ahrens geborene Brackmann 34jährig bald nach der Geburt des Sohnes Heinrich Christian Ahrens geboren 20.11.1698 im Wochenbett an den Folgen eines Infekts, dem damals bei mangelhafter Hygiene viele Mütter zum Opfer fielen. Erschütternd ist auch die damalige hohe Kindersterblichkeit. Der Sterbeeintrag Catharina Ahrens konnte weder bei St. Ulrich noch bei St. Katharinen ermittelt werden. ( Auskunft des Stadtarchivs Braunschweig vom 13.09.1965 )

Da keines seiner Kinder älter als 13 Jahre war, sah sich unser Vorfahr gezwungen, eine Ehe einzugehen; er schloß sie am 3. Oktober 1699 mit Margarete Wöhler, verwitwete Busch.

Das Kirchenbuch der Gemeinde St. Ulrich in Braunschweig über Eheschließungen 1690 - 1814
( Signatur: Stadtarchiv Braunschweig G III 1. Band, Seite 225 ) enthält folgende Beurkundung:

„COPULATI. ANNO 1699. (S. 27)
Diderich Ulrich Arends den 3. Oktober Fr. Margaretha Wöhlers, Franz Busch seel. rel. vid..“
Es ist nicht bekannt, wann und wo Margarete Wöhler geboren wurde, wie ihre Eltern hießen, wann sie die Ehe mit Franz Busch schloß und wann sie Witwe wurde. Kinder aus dieser Ehe waren anscheinend nicht vorhanden.

Interessant ist, daß in dem 1930 erschienenen Buche von Prof. Dr. Franz Fuhse, seiner Zeit Museumsdirektor in Braunschweig, über „Schmiede und verwandte Gewerke in der Stadt Braunschweig“, ein Franz Busch aufgeführt ist als - 1694 - einer der ältesten Messerschmiede der Stadt. Das braucht nicht zu bedeuten, daß er der Ehemann der Margarete Wöhler war, dem steht der Vermerk entgegen. daß er „einer der ältesten Messerschmiede“ war, er kann auch der Schwiegervater der Margarete Wöhler gewesen sein. Für uns ist jedenfalls von Interesse, daß er auf dem Meinhardshofe wohnte, daß der jüngste Sohn ( Heinrich Christian, geb.: 1968 ) unseres Dietrich Ulrich Ahrens Kramnadler wurde und auch der Enkel im gleichen Hause den gleichen Beruf ausübte. Kramnadler sind einem Zweigberuf der Schmiede hinzuzurechnen.

Wenige Tage vor seiner zweiten Eheschließung erwarb unser Vorfahr am 25. September 1699 das Bürgerrecht der Stadt Braunschweig. Das Neubürgerbuch 1699 - 1724 dieser Stadt

( Signatur: Stadtarchiv Braunschweig C I 2 Nr. 2 ) enthält folgende Beurkundung:



„1699 ( Seite 19 )
Eod. die (= 25. September) hat sich auch angefunden Dietrich Ahrens und, produciret folgendes decretum : Auff geschehene gewöhnliche Einwerbung Dietrich Ahrens auß Halberstadt bürthigem Feldscherres, ist der Bescheid, würde er nebenst seinen vorgestellten beyden Bürgen Wulbrand Rieken, und Wilhelm Keyser steck vor dem Bruchgerichte erscheinen, einen gantzen rthl. wie auch einen thl. zu feuereymer nebst fünff Marien Gulden auff abschlag der Bürgergelder alsofort baar erlegen, und nebenst seinen vorgemeldten beiden Bürger praevia renunciatone aller rechtlichen beneficien angeloben, daß er ferner alle halbe jahr, bis die 25 mf. vollen kommen richtig, fünf mf. abführen wolle, ein lang Rohr, Sturmhaube und Degen zum Gewehr halten, die eydschüße doch citra confequentiam, in dreyen Jahren verrichten und sich sonsten gebührlich habilitieren, soll er zu dem gesucheten Bürgerrecht verstattet, gleichfalls auffs längste innerhalb 14 Tagen bey dem Bruchgerichte zuerscheinen, und bey Verlust aller allbereit auffgewandten Kosten, auch aller bürgerlichen Nahrung übrige praestanda zu praestiren gehalten seyn. Decretum in Senatu den 22. September 1699.

Tilemannus Achtermann, Ober Secretarius.“

Sinngemäße Übersetzung :
Heute ( am 25. September ), hat sich auch eingefunden Dietrich Ahrens und wird mit folgendem Beschluß ( des Senats vom 22.09. ) bekannt gemacht: Auf Grund seines Gesuchs erhält Dietrich Ahrens, aus Halberstadt gebürtiger Feldscher, die Aufforderung, nebst seinen von ihm vorgestellten (bekannten) beiden Bürgen Wulbrand Rieken und Wilhelm Keysersteck vor dem Bruchgerichte zu erscheinen, dort einen ganzen Reichstaler, ferner einen Taler für Feuereimer nebst fünf Mariengulden als Abschlag auf Bürgergeld sofort bar zu bezahlen, und nebst seinen vorgenannten beiden Bürgen unter Verzicht auf alle rechtlichen Vorteile ( Privilegien ) zu geloben, daß er künftig alle halben Jahre bis 25 Mariengulden erreicht sind, fünf Mariengulden abführen, auch ein Gewehr ( Büchse ), Sturmhaube und Seitengewehr halten, die Ratenzahlungen fristgemäß in drei Jahren leisten und sich sonst gebührlich aufführen wolle, alsdann solle ihm das erbetene Bürgerrecht gewährt werden. Bei Verzug habe er spätestens innerhalb 14 tagen bei dem Bruchgerichte zu erscheinen und trotz aller bereits aufgewendeten Kosten, auch aller Vorteile als Bürger ( der Stadt ), die restlichen Abgaben zu leisten ( Verpflichtungen zu erfüllen ) gehalten sein.



Verfügt vom Senat am 22. September 1699

Tilmann Achtermann, Obersekretär.



Margarete Wöhler brachte das Haus Nr. 2757 in die Ehe, das im Grundbuch auf ihren Namen und den ihres Mannes Franz Busch eingetragen war. Es wurde mit der Eheschließung auf Diedrich Ulrich Ahrens umgeschrieben. Das hätte wohl nicht geschehen können, wenn er nicht vorher das Bürgerrecht erworben hätte. Daß das Bürgerrecht mit Pflichten verbunden war, ersehen wir aus dem Wortlaut der Urkunde.

Aus der zweiten Ehe unseres Vorfahren sind Kinder nicht ermittelt worden.

Die Eheleute Diedrich und Margarete Ahrens errichteten im Jahre 1714 ein Testament [ don(atio) mortis causa ] ( Geschenk von Todes wegen ), das sich mindestens bis zum Jahre 1932 im Stadtarchiv Braunschweig befand. Der im Jahre vorgebrachten Bitte, eine Abschrift dieses Testamentes zu übersenden, konnte das Stadtarchiv nicht entsprechen. Nachprüfungen an Hand des 1937 eingerichteten Findbuches C I ergab, daß das Testamentbuch der Jahre 1694 bis 1725, Buchstaben A - K, schon damals verschollen war. Es muß also zwischen 1932 und 1937 verloren gegangen sein und ist bisher nicht wieder gefunden.

Schade !

Diedrich Ulrich Ahrens
starb im alter von 54 Jahren in Braunschweig im Mai 1718. Das Kirchenbuch der Gemeinde St. Ulrich über Verstorbene 1632 - 1734

( Signatur: Stadtarchiv Braunschweig G III 1 Band 227 ) enthält folgende Beurkundung:

„Defuncti 1718 ( Seite 580 )
29. Diderich Ulrich Ahrens ist den 29ten May in dem Gange für den Friedhoff nahe an den H. Obristen Völckern seinen Stuhl beygesetzet worden. F. G.3 g., für die Stelle ist nur gegeben decem Joach. weil die hinterbliebende Witwe ihre Stelle zugleich und voraus mit 10 rtl., und also diesesmal viginti Joach. für 2 Grabstellen ausgezahlet. Für schwarze Sarg 3 mf.“
Freie Übersetzung : Sterberegister 1718 Seite 580

Lfd. Nr. 29, Diderich Ahrens ist am 29. Mai in den Gang des Friedhofs ( am Wege ! ) nahe dem Erbbegräbnis des Herrn Oberst Völcker beigesetzt worden. F.G.3 g ( für Geläut 3 Groschen ), für die Grabstelle sind nur 10 Joachimstaler gezahlt worden, weil die Witwe gleichzeitig im voraus 10 Reichstaler, also zusammen 20 Joachimstaler für zwei Grabstellen bezahlt hat. Für den schwarzen Sarg 3 Marien Gulden.
Margarete Ahrens verwitwete Busch geborene Wöhler überlebte den Gatten um 1 ½ Jahre; sie starb, gleichfalls in Braunschweig, am 13. Dezember 1719. Im Kirchenbuch der Gemeinde St. Ulrich, Begräbnisse 1708 - 1734 ( Signatur: Stadtarchiv Braunschweig G III 1 Band 227 findet sich folgender Eintrag:

„Defuncti 1719 ( Seite 591, Nummer 58 )
Diderich Ulrich Ahrens Wittebe ist den 13ten Xber nahe an ihrem seel. Mann in den Gang für den Friedhoff beygesetztet worden. F.G. 3 Groschen, für die Schüler 5 Thaler, die Stelle ist 1718 den 29. Maij mit 10 Thaler bezahlet worden. Für das (!) schwartze Sarg 3 mf. (?)“
Man könnte verleitet werden Xber als Oktober zu deuten, richtig ist jedoch Dezember.

Das Haus Meinhardshof 10 ( Haus Nr. 2757 ) ging im Zuge der Erbauseinandersetzung auf die beiden Söhne unseres Vorfahren über:

Joahnn Gebhard Ahrens und
Heinrich Christian Ahrens



Nach dem Grundbuchschlüssel der Stadt Braunschweig ( Stadtarchiv, Grundbuch XV. 10 ) sind nach Diederich Ulrich Ahrens als Bestizer eingetragen:





03.10.1720 Heinrich Christian Ahrens Kaufpreis 800 Reichstaler
04.11.1756 Franz Georg Ludwig Meyer Kaufpreis 1700 Reichstaler
17.03.1757 Johann Daniel Ahrens Kaufpreis 1700 Reichstaler
19.03.1767 Joachim Meyer Kaufpreis 1870 Reichstaler

Nach dem Verpfändungsbuch der Stadt Braunschweig erwarb Heinrich Christian das Haus am 03.10.1720 von seinem Bruder Johann Gebhard. Da er nur 800 Reichstaler zahlte, dürfte er damit seinem Bruder den Erbanteil ausgezahlt haben. Daß das Haus den doppelten Wert hatte, ergibt sich aus dem später erwähnten Kaufpreis von 1700 Reichstalern.

Johann Daniel Ahrens, der das Haus von Franz Georg Ludwig Meyer erwarb, war ein Sohn des Johann Gebhard Ahrens.

Der Meinhardshof, ein altes, ziemlich hohes Fachwerkhaus, hat Jahrhunderte überdauert. Es wurde im zweiten Weltkrieg 1939 - 1945 durch Bomben vernichtet. 1935 hatte es noch ein Sohn des Amtsgerichtsrates Heinrich Ahrendts ( 1883 - 1948 ) fotografiert. Aber auch dieses Foto ging im Krieg verloren.